Berkan Abatay, 103. Gefallener im Todesfasten

Revolutionäre Volksbefreiungsfront

Datum: 21. Dezember 2002 Erklärung: 289

 

Die AKP, die behauptet islamisch und demokratisch zu sein, fährt mit dem Morden fort!
Im Widerstand gibt es den 103. Gefallenen: Berkan Abatay
Wo hat man solch einen Widerstand gesehen?
Wo hat man solch eine Grausamkeit gesehen?

 

Seit dem 3. November sind mehr als 1,5 Monate vergangen.
Die AKP hat ihr Programm zum “sofortigen Aktionsplan” veröffentlicht.
In dieser Veröffentlichung taucht kein einziger Punkt auf, der dem Elend und den Repressionen Einhalt gebietet. Und die AKP hat auch seit der Regierungsübernahme, keinen Schritt gegen das Elend und die Repressionen unternommen.
Die Hunger-und Tyranneipolitik der Oligarchie dagegen hat sie lückenlos fortgesetzt.
Am 20. Dezember 2002 ist der revolutionäre Gefangene Berkan ABATAY, der im Edirne F-Typ-Gefängnis gegen die Isolationstyrannei mit dem Todesfasten begonnen hat, gefallen.

BERKAN ABATAY ist der 6. Todesfall unter der AKP-Regierung.

Der 6. Todesfall in den 1,5 Monaten unter der AKP-Regierung, ist ein klarer Beleg, Beweis dafür, dass sie vom Tag ihrer Regierungsübernahme an mit der Tyrannei fortfährt und den vorherigen Regierungen in Punkto Repressionen, Verboten, Strafen, Isolation und Massakern in nichts nachsteht.
Man stelle sich eine Regierung vor, unter der aus den Gefängnissen unentwegt Leichen herausgetragen werden und diese nimmt es nicht mal in ihre Tagesordnung auf. Dann ist das ganze Gerede von Rechten, Freiheiten, dem Volkswillen, vom Islam und Demokratsein nichts wert.

IN DEN POLITIKEN DER AKP GIBT ES KEIN MOSLEMSEIN UND KEIN DEMOKRATENTUM.

Die gesamten Politiken der AKP passen sich an den Nationalen Sicherheitsrat an. Vor den Wahlen sprach die AKP ständig von “Verständigung und Mitgestaltung”. Darunter verstand sie das Einverständnis des Nationalen Sicherheitsrates.
Die AKP sucht nur die Verständigung mit dem Nationalen Sicherheitsrat und verständigt sich auch. In den Punkten der Wirtschaft, der Demokratie, militärischen Fragen, der Innen-und Außenpolitik treffen sie einzig und alleine Entscheidungen mit der “Mitgestaltung” des Nationalen Sicherheitsrates.
Die AKP gestaltet ihre gesamte Politik damit, den Imperialisten Vertrauen zu schenken und sich unter Beweis zu stellen.
Darum führt sie in jedem Bereich die Politiken des Nationalen Sicherheitsrates fort und “hält sich von den F-Typen” fern!

“ALLES IST FÜR DIE TÜRKEI”; WIR FRAGEN DIE AKP, DIE DIESE PAROLE ZUM AUSHÄNGESCHILD MACHTE:  SIND DIESE GRAUSAMKEITEN, DIESE BARBAREIEN “FÜR DIE TÜRKEI”? WELCHE PROBLEME WERDEN MIT DIESER GRAUSAMKEIT UND TYRANNEI GELÖST?

Mit der lückenlosen Durchführung der Politiken des IWF und NSR möchte die AKP so lange wie möglich an der Regierung bleiben. Vor dem 3. November sagten sie, sie würden dem WILLEN DES VOLKES vertrauen, aber nach dem 3. November haben sie sich unter die Fittiche des NSR begeben.
Die AKP sollte nicht vergessen, auch wenn sie tausendmal beteuern alles zu bereuen, auch wenn sie tausendmal um Vergebung bitten, wird die Oligarchie und der Imperialismus ihnen niemals ganz vertrauen. Sie werden Eure Worte, Gedanken und den “Glauben”, den ihr behauptet habt zu besitzen, nicht vergessen. Sie werden Euch nicht vertrauen, und wenn ihr aus dem einen oder anderen Grund mal von der Linie des NSR, der USA oder des IWF abweichen solltet, wird man versuchen Euch fertig zu machen.

Und was werdet Ihr dann mit Eurer heutigen Politik erreicht haben?
Wir möchten es Euch verraten: “Das einzige was Euch erhalten bleibt sind Eure Morde!

Die Refah-Regierung (Refah ist die verbotene Vorgänger-Partei der AKP) hat sich nicht einmal so sehr wir Ihr dem Nationalen Sicherheitsrat unterworfen. Aber im Prinzip haben sie Eure Einstellung geteilt. Darum haben sie mit Israel dieses Abkommen unterschrieben. Darum haben sie während des Todesfastens 1996 und dem grausamen Massaker im Diyarbakir-Gefängnis wo 22 Menschen massakriert wurden, zugestimmt. Darum haben sie Susurluk (Ein Vorort von Balikesir, in Susurluk gab es einen Autounfall, bei dem die korrupten Verhältnisse des Systems aufgedeckt wurden) als “blabla” abgehandelt. Darum haben sie unter die Beschlüsse vom 28. Februar selbst ihre Unterschrift gesetzt.

Und was blieb ihnen letztendlich?

Eine widerliche Vereinbarung mit dem Zionismus, die Übernahme der Rolle der Kontraguerilla, Massaker in den Gefängnissen und eine schon beschämende Feigheit, welche sie die Beschlüsse vom 28. Februar unterschreiben ließ …
Euer Weg ist noch schlimmer, noch erniedrigender, ein noch volksfeindlicherer Morast. Mit der grausamen Politik in den F-Typen, die sie zu den MÖRDERN von Menschen dieses Landes macht, werden sie auch dieses Land rücksichtslos in einen Krieg verwickeln und zu MÖRDERN eines Nachbarvolkes werden.
In Euren Ansprachen zu den Wahlen, sagtet ihr: “Alles für die Türkei”. Wenn Ihr die Grausamkeit in den F-Typ-Gefängnissen fortsetzt, werdet ihr damit das Elend vorgebeugt haben, werden die Schlangen von Hilfesuchenden verringert, werden die Probleme von Rentnern, Arbeitern und Angestellten gelöst, wird damit Prostitution und Sittenlosigkeit verhindert oder etwa das Turban-Problem gelöst???
Beendet die Tyrannei! Werdet weder zum MÖRDER Eures eigenen, noch zu dem eines anderen Volkes!

SOLANGE DIE ISOLATION ANHÄLT WIRD DIESER WILLE MIT DEM WIDERSTAND FORTFAHREN!

Berkan Abatay war in der 4. Todesfastengruppe.
Die 4. Gruppe hatte am 11. Mai 2001 mit dem Todesfasten begonnen.
Weder Monate, noch die Jahreszeiten, noch die 12 Monate eines Jahres reichen aus, um solch eine Bilanz aufzustellen, um die Kraft dieses Willens zu definieren. Vor der Tyrannei stehen RevolutionärInnen, die entschlossen sind, mit ihren Gedanken und ihrem Glauben zu leben.
Berkan Abatay ist ein Revolutionär, der 1997 verhaftet wurde. Er wurde schwer gefoltert. Eine der Foltermethoden war es ihn tief fallen zu lassen. Als Folge der Folter hatte er neun Monate lang Magenblutungen. Er konnte monatelang nicht mehr laufen, hatte bleibende Schäden an seinen Beinen und am Rücken. Aber das war nicht die einzige Grausamkeit, die ihm widerfuhr.
Während des Massakers vom 19. Dezember war Berkan im Ümraniye-Gefängnis. Er war inmitten von Gasbomben. Von den tausenden Kugelschüssen, die abgefeuert wurden trafen drei sein Bein. Er wurde schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht.
Die Tyrannei war noch nicht zu Ende. Man warf ihn in die F-Typ “Särge”. Während der Zellendurchsuchungen, täglichen Zählungen war er unterschiedlichster Folter ausgesetzt. Als er mit dem Todesfasten begann, wurde er etlicher körperlicher und psychischer Folter ausgesetzt, damit er es beendet.
Aber sie konnten seinen Widerstand nicht brechen. Zur Zwangsernährung wurde er ins Krankenhaus gebracht.
Berkan Abatay ist im jahre- und monatelangen Widerstand gegen jegliche Tyrannei gefallen.
Nun sollten sich alle Gedanken machen.

WAS FÜR EIN LAND IST DAS? Man bedenke die Folter und die Grausamkeiten eines einzigen Menschen, in den HÄNDEN DES STAATES. Dieses Land WIRD VON FOLTERERN REGIERT! Wenn nicht, wie kann dann so viel Grausamkeit möglich sein?

Nun sollte man mal nachdenken, vor allem der Justizminister Cemil Cicek sollte darüber nachdenken. Wer kann wie einen Widerstand noch brechen, der unter solchen Grausamkeiten nicht zu brechen ist?

Nein! Berkan ABATAY sagt es ganz offen:

”Es gibt nur einen Ausweg, der Barberei der F-Typen-Isolation ein Ende setzen”!

Unser Genosse Berkan ABATAY kam 1975 im Istanbuler Stadtteil Sisli auf die Welt. Er ist das Kind einer Familie, die ursprünglich aus Erzurum stammt, kurdisch und alevitisch ist. Er wuchs in Armut auf. Zwei seiner Brüder sind gestorben, weil sie aus finanziellen Gründen eine Lungenentzündung nicht behandeln lassen konnten. Und Berkan konnte nur die Grundschule besuchen. Jahrelang lebte er in Slums, wo es kein Wasser und keine Elektrizität gab. Berkan hat nach der Grundschule verschiedene Tätigkeiten aufgenommen und versucht die finanziellen Schwierigkeiten zu überwinden. Er hat das erlebt, was viele unsere Jugendlichen aus den Slumgegenden erlebt haben. Eine Zeitlang hat er als fanatischer Fußballfan in der Besiktas Carsi Gruppe mitgemacht. Sie haben nach den Fußballspielen in den Tribünen Schlägereien angezettelt. Auch zu dem Zeitpunkt fuhr er fort,verschiedene Tätigkeiten auszuüben. In einer großen Fabrik fand er eine Stelle in der Security. Das Gehalt war gut, aber diese Arbeit mochte er nicht. Es gefiel ihm nicht ein Bodyguard der Chefs zu sein. Zu dem Zeitpunkt machte er mit Yemliha Kaya Bekanntschaft, der in den Slums den Kampf des Volkes organisierte. (Yemliha ist unser Genosse, der später 1996 im Todesfasten gefallen ist) Mit Yemliha hat er das Revolutionärtum, den Kampf und die Devrimci Sol kennengelernt.
Mittlerweile waren sie nach Okmedyani umgezogen (Stadtteil von Istanbul). In seinem Viertel hat er sich am Kampf und an der Organisierung beteiligt. Er verteilte die Zeitung, hing Transparente auf, besuchte die Wohnungen, lernte und brachte es anderen bei. Er bemühte sich stets, etwas zu tun.
Am Ende dieser Phase war er organisiert. Er begab sich in die Obhut der Organisation. Er wurde in eine bewaffnete Einheit befördert.
Am 7. November 1997 wurde er verhaftet und kam ins Gefängnis.
Von da an hat er in den Gefängnissen gelebt, indem er gegen Repressionen und Grausamkeiten seine revolutionären Gedanken, Ideale verteidigt hat. Seinen Weg hatte er längst bestimmt: Ich möchte ein Revolutionär sein, als Revolutionär leben und als Revolutionär sterben sagte er.

So hat er gelebt, so ist er gestorben, so wurde er unsterblich.

Devrimci Halk Kurtulus Cephesi

Revolutionäre Volksbefreiungsfront

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